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‍ZWIESEL – EIN STAMM, ZWEI WEGE 


‍Autoren: Leo Bachmann, Max Fischer

‍Regie: Ursula Josi, Richard Blättel

‍Der Zwiesel ist ein Baum mit einer Gabelung des Stammes. Beide Stämme stehen symbolisch für die Frage nach der erstrebenswerten Lebensform künftiger Menschen. 

  • Die Eltern Ask und Embla lassen sich Hirnchips einbauen und genetische Eingriffe über sich ergehen. Sie werden mit einem KI-Programm (CIMEX) umfassend betreut und bespasst. Sie greifen nach einem sorglosen Leben ohne Alterung in der hierfür reservierten Welt, im „Metasphäre“.
  • Ihre Kinder Alm und Eske sind skeptisch gegenüber der neuen Technologie und wissen vorerst nicht, was sie tun sollen. Die Hirnchips werden ihnen aufgenötigt. Diese machen sie im Lauf des Stücks wieder rückgängig. Sie bevorzugen die natürliche Lebensform im „Zetpark“.

‍Beide Stile markieren unterschiedliche Lebensentwürfe des 21. Jahrhunderts: 

  • Im Zetpark besinnen sich Menschen auf eine natürliche, freie Lebensweise. Sie betrachten das friedliche Zusammenleben als höchstes Gut. Hirn- und Geneingriffe bleiben tabu. Sie begnügen sich mit den technologischen Standards um die Jahrtausendwende.
  • Im Metasphäre verschreiben sich Menschen ganz dem technologischen Fortschritt. Hirn- und Geneingriffe sind willkommen. Sie sehen im langen und optimierten Leben, welches CIMEX ihnen ermöglicht, die ideale Zukunft der Menschheit.


‍Handlung

‍Ask und Embla leben mit ihren erwachsenen Kindern im Metasphäre. Die Eltern erhalten von CIMEX sogenannte Neurograins unter die Schädeldecke. Sie erhoffen sich damit ein überlanges, gesundes Leben und freuen sich, Realität durch erzeugte Virtualität erweitern zu können. Über Jón kommunizieren sie mit dem CIMEX.

‍Alm und Eske werden von den Eltern unter falschem Vorwand ins CIMEX gelockt und mit implantierten Neurograins reingelegt. Sie lehnen sich sogleich dagegen auf. Zugleich realisieren sie, dass CIMEX einen manipuliert und die Persönlichkeit umprogrammiert. 

‍Alm und Eske wenden sich an Zwiesel. Mia taucht auf und bietet Hilfe an. Mittels Stromunterbruch und Defibrillator werden sie von der Wirkung der Neurograins befreit. Mit diesem Schritt wechseln sie zum Entsetzen der Eltern endgültig in den Zetpark.

‍Ask verarbeitet das Release schlecht.

‍Eltern wie Kinder geraten in Ambivalenzen zwischen dem ‚künstlichen und natürlichen Leben‘. 

‍Embla bricht enttäuscht den Kontakt mit den Kindern ab.

‍Alm verliebt sich in einen von Jón gefakten Mann. CIMEX will sie damit aus dem Park locken.

‍Im Zetpark bricht eine rätselhafte Krankheit aus, die alle dahinrafft, während Menschen des Metasphäre dank Hochtechnologie geschützt bleiben.

‍Es kommt zu einem Zeitsprung. Alm und Eske sind längst tot, Embla und Ask an die 150 Jahre alt. Ask will aus Überdruss aus dem Leben treten, weil er das postmoderne Leben im Metasphäre als gescheitert betrachtet.

‍Das Stück schliesst imaginär. CIMEX hat die Menschen komplett übernommen. Der natürliche Lebensstil im Zetpark ist vom Metasphäre aufgesogen worden.