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‍KÖNIGSINSEL


‍Die „Königsinsel“ ist Schauplatz eines Politdramas, eines modernen Märchens, einer weder zeitlich noch örtlich genau festgemachten, komödiantischen Dystopie in 10 Szenen. Das Stück zeigt Mechanismus, Zerfall und Untergang einer Autokratie mit ihren perversen, menschenverachtenden Machtstrukturen. 

‍Auf einer Insel im Ozean regiert ein sich selbst karikierender König mit seiner Entourage. Als oberstes Primat gelten Machtmehrung und Machterhalt der Elite. Die Untertanen fungieren als Garant und Mittel der staatlichen Prosperität. Sie verfügen über keine eigene Perspektive.

‍Aus Gründen der demografischen Hygiene wird nun aber ein Dekret erlassen, welches „das Volk“ dazu verpflichtet, mit dem Erreichen des 70. Lebensjahr aus dem Leben zu scheiden. Dieser Erlass lässt sowohl am Hofe als auch unter dem Volk die Intrigen ins Kraut schiessen. Eine unaufhaltsame Abwärtsspirale setzt sich in Gang. Sie endet in der Selbstauflösung des korrupten Machtgefüges und schliesslich in der Vernichtung nahezu sämtlicher Inselbewohner. Einzig die mysteriöse „Graue Eminenz“ sowie der senile König und die Hofnärrin überleben das Desaster. 

‍Das Stück endet nicht in der Apokalypse, sondern zeichnet in einer geisterhaften Prozession die Idee eines radikal anders zu denkenden Fortbestandes der menschlichen Spezies. Dies im utopischen Zusammenwirken von herkömmlicher und artifizieller Intelligenz. 



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