Geschwister\Schreibe
BLACK BOXES
Mehrere als Kleinstbühnen funktionierende Spielflächen werden wechselweise bespielt. Sie zeigen kurze, spotartige Szenen aus dem leben dreier Liebender. Es geht um die Beziehungsgeschichte zwischen Ines, Pièrre und Madeleine und Ines‘ Sohn Gregory. Die Konfrontation zwischen Damals und Heute, zwischen Schein und Wirklichkeit erzeugt Spannung und Komik.
Das Stück dreht sich um Prozesse der Erinnerns und Verdrängens, um Sehnsucht, Traum und Realität, um Schuld, Liebe und Verrat. Er stellt die Frage nach Motiven und Sinn des menschlichen Strebens.
Eingangsmonolog Gregory
Nun sitze ich hier, an meinem Piano. Ich, Gregory. Es ist Abend und die Welt verliert ihre Farben. Ich habe einen Song geschrieben. Ich widme ihn Ines, meiner Mutter. Ja, ihr, Ines, denn ihr verdanke ich mein Leben. Sie hatte es nicht leicht am Anfang mit mir, damals, in den frühen Siebzigerjahren. Mein Vater war …. nirgendwo. Blown in the wind.
Pierre sollte ihn wohl ersetzen, der schöne Pierre. Pierre, der erfolgreiche Rechtsanwalt. Meine Mutter – tüchtig wie sie ist – hatte sich ihn geangelt, als ich noch in den Windeln lag. Sie hat nie von mir verlangt, dass ich Papa zu ihm sagte.
Ines und Pierre, ein ungleiches Paar. Sie haben mich grossgezogen. Die eine mehr, der andere weniger. Inzwischen sind sie – na … alt geworden. Älter jedenfalls. Ines noch immer gut in Schuss. Und Pierre? Etwas müde vielleicht. Ich kenne ihn nicht.
Unsere Geschichte als Familie beginnt mit einem Ozeandampfer. Manchmal fragte ich die beiden: Was war früher, vor der Schiffsreise? Erzählt! Dann kroch ein blauer Schatten unter dem Sofa hervor und legte sich über ihre Gesichter. Früher, ach Kind, das ist lange her. Wir waren jung und dumm. Schliesslich fragte ich nicht mehr, ich wurde erwachsen.